Über mich

In diesem Blog schreibe ich über mein Leben mit Asperger-Autismus und ADHS. Ich schreibe über meine eigenen Gedanken und Alltagsprobleme, um den ein oder anderen betroffenen das Gefühl geben zu können, nicht alleine zu sein. Auf der anderen Seite möchte ich Menschen, die nicht von Autismus und ADHS betroffen sind, diese beiden Diagnosen ein Stück näher bringen.

Wer bin ich?

Ich bin ein 23-jähriger Typ, der in einer Großstadt als Frühchen in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt kam.

Ich war schon als Kind ein wenig anders als die anderen Kinder. Nach Aussagen meiner Mutter habe ich als Baby sehr viel geschriehen. Im Kleinkindalter war ich sehr von Technik fasziniert und hatte für mein geringes Alter ein sehr gutes technisches Verständnis. Neben zahlreichen guten Eigenschaften gab es auch vielerlei schlechte.

Ich habe mich mit gleichaltrigen Kindern nie gut verstanden und habe den Kontakt so gut es ging, vermieden. Ich hatte viel mehr das Vertrauen in älteren Menschen, das ist zu einem großen Teil auch heute noch so. Ich habe öfter Kontakt zu älteren als zu gleichaltrigen. Meiner Meinung nach sind mir die jüngeren vom Verhalten viel zu kindisch. Dass es eigentlich „nicht normal“ ist, weiß ich – ich sehe sie aber als unvernünftig an – die meisten haben ihr Leben einfach nicht im Griff. Der soziale Kontakt zu anderen Menschen ist also eines der größten Probleme von mir, die ich aufgrund des Asperger-Autismus habe.

Draußen auf der Straße versuche ich ebenfalls jeden möglichen Kontaktversuch aus dem Weg zu gehen. Der Gedanke, dass mich jemand fremdes anspricht, ist schrecklich unangenehm.
Was ich selber nicht verstehe: Bei meiner Arbeitsstelle ist der Kontakt zu Kunden unvermeidlich, aber hier bin ich auf einmal der selbstbewussteste Mensch überhaupt: Keine Angst angesprochen zu werden und überhaupt kein Problem damit die Menschen anzusprechen. Im Gegenteil: der Smalltalk startet gegenüber den Kunden in den meisten Situationen von meiner Seite.

Wie war ich in der Schule?

Auch in der Schule gab es die oben genannten sozialen Probleme. Von der Leistung her gab es keine großen Einschränkungen. Ich hatte zum Beispiel im Deutschunterricht keinerlei Probleme damit, „mal eben“ eine Gedichtsanalyse über acht Seiten zu schreiben. Und was war da noch mit dem Problemfach Mathe? Reden wir besser nicht drüber. Erweitertes Zahlenverständnis existiert bis heute nicht. Wenn mich mathematische Formeln interessieren würden, sähe es vielleicht anders aus. 😀

Und sonst so?

Aggressionen über Aggressionen. Daran wird vermutlich mein diagnostiziertes ADHS schuld sein. Früher habe ich „gnadenlos“ um mich herum geschlagen. Das hat sich im Laufe der Jahre aber enorm verbessert. Mittlerweile hab ich nur noch extrem selten meine sprichwörtlichen „Fünf Minuten“. Aber so schlimm wie es früher war, ist es heute nicht mehr. Ich nehme seit einiger Zeit wieder Ritalin, was mir merklich hilft. Ich kann mich besser konzentrieren und „flippe“ nicht ganz so schnell aus – als „leicht reizbar“ würde ich mich aber dennoch bezeichnen.