Die Zeiten nach der Diagnose

Zu diesem Beitrag hat mich Nici’s Artikel auf unbemerkt.eu inspiriert. Ich möchte hier erzählen, wie die Zeiten nach der Diagnose „Asperger-Autismus“ bei mir verliefen und welche Erfahrungen ich in dieser Zeit erlebt habe.

Die Vorgeschichte

Wie ich in meinem ersten Beitrag schon erzählt habe, war mein allgemeines Verhalten damals stark auffällig. Aufgrund dessen wurde ich im Kindesalter bei so einigen Ärzten und Psychologen vorstellig. Zwischenzeitlich wohnte ich für wenige Monate in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, wo täglich irgendwelche „Psychologen“ mit mir gesprochen haben. In meinem damaligen Alter wusste ich nicht wirklich, was das ganze bezwecken sollte. Am Ende der ganzen „Sessions“ stand aber fest: Ich habe Asperger-Autismus.

Nach der Diagnose

Meine Familie war damals vermutlich sehr erleichtert, da der Grund meines Verhaltens nun endlich einen Namen hatte und die Diagnose eine Erklärung dafür bieten könnte. Ich selbst konnte mit all‘ dem natürlich nicht wirklich was anfangen – ich war zu jung, um es zu verstehen.

Einige Monate später war ich zu Besuch in einem „Zentrum für Autistische Kinder“, dort haben – wie so oft in der Vergangenheit – Psychologen bzw. meine künftigen Therapeuten mit mir gesprochen, um sich ein eigenes „Bild“ von mir machen zu können. Von den dortigen Therapeuten bekamen meine Eltern und ich erneut die Bestätigung, dass bei mir eine autistische Störung vorliegt. In diesem „Zentrum“ war ich zum späteren Zeitpunkt einmal in der Woche in einer kleinen Therapiegruppe mit anderen Autisten. Dort stellte ich schnell fest, dass ich von der äußerlichen Erscheinung her nicht ganz so stark vom Asperger betroffen bin, wie die anderen Kinder dort. Wir hatten aber alle etwas gemeinsam: Wir sind Autisten.

Die Therapie

Zu Beginn der „Therapie“ wusste ich nicht so Recht, was mir diese bringen sollte. Dieses Gefühl ist aber schnell verflogen – ich habe mich mit den anderen gleichaltrigen einigermaßen gut verstanden. Eine gewisse Zurückhaltung meinerseits war zwar da, aber die anderen Kinder erschienen mir alle vernünftig.

Was mir dort persönlich gut geholfen hat: Ich konnte offen über meine Probleme sprechen – vermutlich weil mir dort bewusst geworden ist, dass andere Autisten die selben oder ähnliche Probleme haben.

Ich habe außerhalb des Therapiezentrums kein Wort über mein Asperger-Autismus verloren, weil es mir doch irgendwo unangenehm war. Ich hatte quasi Angst, dass es jemand familienfremdes erfahren könnte. Vermutlich, weil ich in der Schule damals von Mobbing betroffen war und den anderen keine Angriffsfläche bieten wollte.

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich, wie es in der Schule weiterging.

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